Führerschein kann im Nachmittagsangebot gemacht werden

Vor vielen Jahren gab es sie schon einmal an der Eschhofschule: die beliebte Mofa-AG am Nachmittag! Warum ein solch attraktives Angebot also nicht wieder zum Leben erwecken?

Die Idee zu einer Roller-AG kam aus der Schülerschaft selbst. Ende des Schuljahres reflektierte die für den Ganztag verantwortliche Sozialpädagogin Frau Steen durch eine Umfrage das Nachmittagsangebot. Unter anderem wurden die Schüler gefragt, welche AG sie gern hätten? Da kam auch die Rückmeldung, dass es toll wäre, seinen Roller-Führerschein an der Schule machen zu können.

Diese Idee wurde zuerst auf Umsetzung geprüft. Kein anderes verkehrspädagogisches Konzept ist so beliebt. Theorie wird sinnvoll mit fahrpraktischen Übungen verzahnt. Die Landesschulbehörde stimmt einer solchen motorisierten AG zu. Man braucht nur die Nutzungserlaubnis des Schulhofs als Fahr-Lehr-Strecke vom Landkreis (Herr Ritter war begeistert vom Projekt) und eine angemessene „Parkplatz“ für die Fahrzeuge (unsere Bürgermeisterin Frau Neuke unterstützt die Mobilisierung der Jugend im Ländlichen Raum und stellt dem Projekt eine Garage zur Verfügung). Dazu muss die Leitung des Kurses eine Lehrkraft mit entsprechender Zusatzfortbildung sein (Herr Diercks steht hinter der Idee und bot sich als AG-Leiter an, da er das Projekt bereits schon mal durchgeführt hat). Und natürlich braucht man auch Mofas oder Roller.

Doch wie soll die Zweiräder finanziert werden? Bei der Umsetzung des Projektes wurde die Eschhofschule vom Förderverein und der Volksbank Lemwerder unterstützt. Die Volksbank spendete die Anschaffungskosten für zwei weiße Elektromotorroller (eMace von NovaMotors) und der Förderverein stellt sie für die AG zur Verfügung.

Bei der offiziellen Übergabe am 21.10.2019 sieht man die erste Vorsitzende des Fördrvereins, Frau Heidemann, jubelnd bei der Jungfernfahrt mit einem der spritzigen Roller. „Ich will hier gar nicht mehr runter,“ jauchzt sie. Sie ist ebenso wie die 2. Vorsitzende des Fördervereins Elternteil eines „Fahrschülers“ und beide berichten, dass die Kids in den Herbstferien nur das Thema Roller hatten. „Anschaffung, Finanzierung und Modellvergleiche. Ich bin schon total eingebunden“, beschwert sich Frau Thaler lachend.

Übergabe der Roller

Frau Albers ist als Vertreterin der Volksbank gekommen und hat extra für diesen Anlass entworfene Aufkleber mitgebracht, die jetzt an den Rollern angebracht werden. Sie lässt sich von der Begeisterung der Kinder anstecken, hört geduldig den Ausführungen zu was sie bereits alles gelernt haben und bekommt von Marco März dann noch eine Demonstration. Blinken, Schulterblick, Slalom, abruptes Abbremsen zeigt er gekonnt. „Ich habe ja schon ein wenig mit meinem Vater geübt“, gesteht er ein. Aber jetzt hier auf die Prüfung beim TÜV vorbereitet zu werden, kostenlos und direkt an den Unterricht angebunden, das findet er gut. „Das macht mich unabhängiger.“

Zuvor wurde das Projekt innerhalb der Schule und den Gremien vorgestellt. Eine hohe Befürwortung hat es aus der Elternvertretung gegeben. „Insbesondere auf dem Land bestimmt die Mobilität über die Entwicklung zur Selbstständigkeit“, lobt Mutter Tatjana Winterboer. „Die frühe Heranführung als Verkehrsteilnehmer fördert ein angemessenes situationsorientiertes Handeln als Autofahrer später“, bringt Vater Olav Half noch an. „Dass durch die Mobilitätsbildung das „Elterntaxi“ wegfällt, macht es natürlich auch interessant“, fügt Mutter Susann Ammersken noch hinzu.

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